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"Tower Brass" gastierte in Pilsting

Dingolfinger Anzeiger 12.01.2016

Kunstvollen Klangteppich gelegt

Blechbläser-Ensemble Tower Brass begeisterte die Zuhörer

Pilsting. Die Kunst eines meisterhaften Bläserensembles besteht darin, sich voll zu genügen. Allein für sich können Blechblasinstrumente alles sein: sanft, dramatisch und brechend in ihrer Akustik. Wahre Könner spielen mit ihnen wie Zauberkünstler: sie lassen ihre Instrumente "zwitschern" udn "singen", spielen mit der Diversität der Melodie; sie lassen ihre Instrumente von dunklen Tönen zu hellen, klaren sopranistisch-dramatischen Kurven innerhalb der Stücke wechseln, als wäre es ein Kartentrick. Dabei ist es viel mehr: Die "Tower Brass" aus Geisenhausen schafften es mit ihren Instrumenten absolut nichts missen zu lassen - außer einer zweiten Zugabe.

Für Sonntag Nachmittag war ein besonderes Programm in der Pfarrkirche angekündigt: die Tower Brass aus Geisenhausen mit ihrem letzten Winterkonzert dieser Saison. "Ein Konzertereignis der besonderen Art", wie Dekan BGR Johann Ammer wiederholte. Das weithin bekannte Blechbläserensemble spiele "bestes Blech" in der Meisterklasse. Davon konnten sich die Zuhörer in der vollen Pfarrkirche überzeugen lassen. - stehender Applaus am Ende zeigte, dass Tower Brass dies rundum gelungen war.

Unter der musikalischen Leitung von Johannes Huth spielte das Bläserensemble von Johann Sebastian Bach bis Antonio Vivaldi. Letzterer ist vor allem bekannt für seine Violinen- und Fagottkompositionen. Seltener zu hören ist das "Concerto di due trombe" von ihm; in einem Fluss aus abwechselnd allegro und largo webten die "Tower Brass" einen kunstvollen, bunten Klangteppich, der das Kirchenschiff erfüllte. Dieses ist, am Rande bemerkt, akustisch hervorragend für Konzerte geeignet. "Tower Brass" erweiterte die Musik - durch Anekdoten und Geschichten. So erfuhren die Zuhörer Wissenswertes um Giovanni Gabrieli, dessen Canzon à 8 sie spielten; über "Catari, Catari" - das neapolitanische Volksklied "Core n'grato" (bekannt von Caruso) - oder auch zu "Ave Maria" von Anton Bruckner. Besonders war auch das Soli von Dr. Stephan Merkes an der Orgel. Orgeln brauchen Meister - sonst tun sie, was sie gerne wollen. - Merkes aber hat die Orgel voll unter Kontrolle. Das Präludium und Fuge BWV 532 in D-Dur rann ihm durch seine Finger in die Orgel und ließ sie genau das tun, was er wollte. - vollendet. Der gelungen Konzertabend endete mit dem Abendsegen aus Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck. Die Akustik der Kirche, das meisterhafte Spiel der Turmbläser und die Begeisterung der Zuhörer, der anonyme Spender, der das Konzert der "Tower Brass" erst möglich gemacht hatte, hatten für ein zauberhaftes Hörerlebnis gesorgt.